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Joseph Zoderer
Joseph Zoderer
Joseph Zoderer
geb. 1935 in Meran (Provinz Bozen, Italien), lebt heute in Terenten (Südtirol).

Während seines Studiums in Wien begann er als Journalist zu arbeiten, u.a. für den Kurier, die Kronenzeitung und Die Presse. Von 1971 bis 1981 war er Rundfunkredakteur beim RAI-Sender in Bozen. Seit 1981 lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller.

Erste Gedichte veröffentlichte Zoderer schon Ende der 50er Jahre. Auf sich aufmerksam machte er erstmals mit einer Sammlung Südtiroler sozialkritischer Dialektgedichte und -texte, die 1974 erschien. 1975 folgte sein Lyrikband Die elfte Häutung. Als Romanautor debütierte er 1976 mit Das Glück beim Händewaschen (die Verfilmung wurde 1983 mit dem Adolf-Grimme-Fernsehpreis ausgezeichnet). Das Interesse einer breiteren literarischen Öffentlichkeit fand Zoderer 1981, als er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt aus seinem Roman Die Walsche las. Das 1982 erschienene Buch, eine Art kritischer Heimatroman, wurde auch in italienischer Übersetzung ein Bestseller und machte Zoderer in Italien zum Fachmann für Südtirol-Fragen.

Als "Heimatlosigkeitsschriftsteller" und "unverbesserlicher Realist", dessen Erzählweise noch einen "Zauber" verbreite, charakterisierte Reinhard Baumgart (FAZ) den Südtiroler Autor, von dem 1984 der Roman Lontano, 1987 Dauerhaftes Morgenrot und 1995 Schildkrötenfest folgten. Mit dem Roman Der Schmerz der Gewöhnung (2002) gelang Zoderer ein kraftvoller, das kulturelle Grenzgängertum der Südtiroler thematisierender Roman, der von der Kritik gefeiert und von der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) als "Summa seines Schreibens" bezeichnet wurde. Am Beispiel der Ehe eines Südtiroler Journalisten spiegelt er die historische Problematik Südtirols und Italiens wieder.

Der vielfach ausgezeichnete Autor war von 1981 bis 1982 Mitglied der Südtiroler Autorenvereinigung und gehört seither der Grazer Autorenversammlung an. Seit 1993 ist er korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.
Joseph Zoderer bei der Verleihung am 21.06.2003 im Heidelberger Haus Buhl:

Der Hermann-Lenz-Preis ist für mich das bisher schönste Durchgangsziel meiner Schreibexistenz.

Mir ist der Preis wegen der langen Tradition und der Zusammensetzung der Jury so wertvoll. Und er ist eine Bestätigung für mich: Ich sitze am Berg, um meine Ruhe zu haben, voll Schmerzen, Zweifel, Alleinsein, Windstille innerhalb der Schreibstube, und man meint, man habe alles nur für sich geschrieben. Doch das Echo der Leserschaft ist da und eben so durch diesen Preis gekrönt.